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Das Beste am Norden
Konzert-Kritik

Wunderkerzen-Open-Air: Snow Patrol in Hamburg

Snow Patrol 2008 © Steve Gullick
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"A Hundred Million Suns" ist das fünfte Album von Snow Patrol, die sich seit dem grandiosen Vorgänger "Open Your Eyes" (2006) zu einer der besten und erfolgreichsten neuen Bands gemausert haben. Stilistisch nicht einzuordnen mischen Snow Patrol Rockeinflüsse aus drei Jahrzehnten zu einer höchst attraktiven Mischung, die sie auch live auf der Bühne überzeugend realisieren. NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff konnte sich von der großen Präsenz der Band mit Sänger Gary Lightbody am 29. Juli 2009 im Hamburger Stadtpark überzeugen - und hätte sich doch ein bisschen mehr Mut gewünscht. Hier ihre Kritik.

Sänger Gary Lightbody von Snow Patrol beim Open Air im Hamburger Stadtpark am 29.7.2009 © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
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Sind Snow Patrol die neuen U2? Die Band aus Glasgow mit irischen Wurzeln hat sicher Einiges mit ihren großen Plattenfirmenkollegen gemeinsam. Nicht zuletzt langjährige, zum Teil gemeinsame Tourneerfahrungen, wobei Snow Patrol als Vorband auftrat. Und selbst wenn sich das eine oder andere musikalische Zitat (schwellende Keyboardflächen, Gitarrenriffs à la The Edge etc.) in das Schaffen eingeschlichen haben, bleiben sie doch eine Klasse für sich - poppiger, jünger und publikumsnäher.

Sänger Gary Lightbody von Snow Patrol beim Open Air im Hamburger Stadtpark am 29.7.2009 © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
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Sänger Gary Lightbody hatte für jede Situation den passenden Spruch parat. Mal ein Scherz zum Brezelverkäufer (in Irland hätten sie den Korb im Vorbeigehen leergemacht, nur ohne zu zahlen), mal erstaunt zu überdimensionalen Bierflaschenattrappen ("Steht die Flasche so nah, oder ist sie wirklich so groß?") - diese ebenso lustigen wie freundlichen Ansagen trugen maßgeblich zur Wohlfühlatmosphäre bei. Und zeigten ihn als Entertainer mit Herz. Und irischem Humor.

Wohlig war auch die Songauswahl. Stücke aus allen fünf Alben boten einen guten Querschnitt. Über melancholisch zu schrammelig bis schließlich zu den ganz dicken Hits in der Konzertmitte: "Shut Your Eyes", "Chasing Cars", "Crack The Shutters" erfüllten mit Sicherheit den einen oder anderen Wunsch. Mitgebrachte Wunderkerzen und erstaunlich viel Textsicherheit der mitsingenden Fans belegten das.

Snow Patrol beim Open Air im Hamburger Stadtpark am 29.7.2009 © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
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Auch optisch wartete das Quintett mit einer Überraschung auf. Statt im Zugabenteil weiter zu plaudern, setzte die Band auf Bildsprache. Kunstvolle Animationen zum Thema "A Hundred Million Suns" beleuchteten den Bühnenhintergrund und halfen beim Abheben. Nach sechs Zugaben fühlte man sich so von einem ganz anderen, letzten Akt gut ans Ende gebracht - noch so eine kluge Idee der Band!

Einziger Wermutstropfen: Kaum ein Song wurde länger gespielt, fast alles blieb in der Originalfassung und wirkte so ein bisschen brav. Da diese Band anscheinend nicht an Sequenzerprogrammen hängt, hätte man einige Songs live gut ausdehnen können, was im Falle von "Shut Your Eyes" dann auch geschah: Das Publikum sang mehrere Minuten lang den Refrain. Hoffen wir auf ein bisschen mehr akustische Verspieltheit. Beim nächsten Mal!

Die NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff, Foto: Jochen Moseberg
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Kristina Bischoff

Bildershow
Snow Patrol © Universal Music

Snow Patrol open air am 29.7.2009

Mit vielen Hits haben die hippen Briten den Hamburger Stadtpark gerockt - hier die Bilder vom einzigen Konzert im Norden, präsentiert von NDR 2.